7 Schritte zu einer erfolgreichen ICT-Strategie (2024)

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Matthias Graf 7 Schritte zu einer erfolgreichen ICT-Strategie (1)

Matthias Graf

Werteorientierte FĂŒhrung | People First 🚀 | New Work | Digital Transformation | Verwaltungen der Zukunft gestalten | HR-Lead & Mitglied GeschĂ€ftsleitung @ Gossau4ever ❀

Veröffentlicht: 26. Jan. 2023

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Als ich vor kurzem gefragt wurde, ob ICT-Neuerungen bei uns durch die ICT oder die Vision der GeschĂ€ftsleitung getrieben werden, musste ich einen Moment ĂŒberlegen. Eine gute und fĂŒr mich zentrale Frage. Denn bekanntlich gibt es auch dieses Zitat von Peter Drucker, wo man sich entsprechend die Frage stellt, ob es ĂŒberhaupt eine Strategie in der ICT benötigt oder ob diese durch die gelebte Kultur automatisch "entsteht".

7 Schritte zu einer erfolgreichen ICT-Strategie (2)

Um eines bereits vorab zu nennen - wenn eines der beiden Elemente (Kultur oder Strategie) das andere beisst und sich somit konkurrenziert, so ist eine ICT-Strategie fĂŒr die Katz!

Aus meiner Sicht gibt es 7 zentrale Aspekte, die es bei der Erarbeitung einer ICT-Strategie zu beachten gilt. Die ersten davon nehmen dieses Zitat von Peter Drucker nochmals auf und schaffen Klarheit.

  1. Mensch ins Zentrum setzen - echt jetzt? Dass bei einem Artikel zur ICT-Strategie mit dem Menschen gestartet wird, hast du vielleicht nicht erwartet. Aber es steht nicht umsonst an erster Stelle. Die ICT hat den Auftrag, den Mitarbeitern/innen eine optimale Infrastruktur zur VerfĂŒgung zu stellen, sodass sie fĂŒr die AusfĂŒhrung ihrer TĂ€tigkeiten ideal unterstĂŒtzt werden. Diesen Mindset muss die ICT (als Organisationseinheit) haben, ansonsten wird die Beziehung zwischen der ICT und den Mitarbeitern/innen nie langjĂ€hrig gut sein. Wenn du keine solche Leute in der ICT hast, Ă€ndere etwas, denn ansonsten wird man immer wieder daran scheitern. Wie sich passende Leute in der ICT auf die Kultur auswirken, greife ich am Schluss nochmals auf.
  2. Vision der GeschĂ€ftsleitung - schon vorhanden oder? Wenn es keine Vision der GeschĂ€ftsleitung gibt oder keine, die einen Bezug zur ICT hat, so kennst du die Ausrichtung nicht und deine Überlegungen in der ICT werden mit dem Prinzip Hoffnung stattfinden, dass dies dann den Leuten "in der FĂŒhrung" schon passt. Das ist doch demotivierend. Bei uns als Beispiel haben wir eine PrĂ€misse "arbeite an dem Ort und zu der Zeit, wo du dein grösstes Potenzial entfachen kannst". Dies hat direkte Auswirkungen auf die ICT-Strategie, denn die ICT muss nun dafĂŒr sorgen, dass wir beispielsweise Standort-unabhĂ€ngig arbeiten können. Wenn diese Ausrichtung nicht vorhanden, fehlt der Drive, um gemeinsam dieses Ziel erreichen zu können.
  3. Zuweisung der Entscheidungskompetenz - der/die Beste entscheidet oder? In einem Unternehmen mit mehreren Personen haben alle unterschiedliche FĂ€higkeiten. Im Normalfall setzt man nun die Menschen dort ein, wo sie ihre besten FĂ€higkeiten haben in der Hoffnung, dass sie dies auch am liebsten machen. Das klingt logisch. Nun ist es aber teilweise bei der Entscheidungskompetenz nicht mehr so. Da gelten dann plötzlich andere Regeln. Die Sirup-Trinker entscheiden welche Kaffeesorte man hat. Wenn du die beste Person bist, um betreffend ICT-Themen zu entscheiden, dann solltest du auch die Entscheidung treffen oder zumindest bei der Entscheidung mitreden können. Weisst du ĂŒberhaupt, was du entscheiden kannst. BefĂ€hige somit die besten Leute mit Entscheidungskompetenz, sodass auch die besten Entscheidungen entstehen können.
  4. Anforderungen der Nutzer/innen kennen - macht die ICT nicht fĂŒr euch! Ich bin ein Technik-Fan. Neue Tools faszinieren und begeistern mich, wenn einem dadurch die Arbeit erleichtert wird. Aber dies bringt doch noch alle nicht allen Mitarbeitern/innen etwas. Deshalb ist es zentral, dass wir die BedĂŒrfnisse der Nutzer/innen kennen. Wieder ein Praxisbeispiel dazu: Bei uns können Mitarbeiter/innen vor ihrem Start zwischen zwei Notebook-Typen wĂ€hlen. Als wir die Modelle definiert haben, haben wir verschiedene Umfragen dazu gestartet und gemerkt, dass fĂŒr einige Nutzer/innen ein Zahlenblock essentiell ist. WĂ€re ich nie drauf gekommen. Aber gut, ein Modell hat nun ein Zahlenblock und wird regelmĂ€ssig bestellt. Und wenn nun diese Nutzer/innen dadurch Freude haben, habe ich Freude! :)
  5. Technische Ausrichtung - All-in-One oder iPhone? Mach dir umfassende Gedanken zur ganzen technischen Ausrichtung. Dies betrifft Software, Hardware, Netzwerkkomponenten etc. Erforsche den Markt dazu und mach dir Gedanken, wohin die Reise gehen soll. Mach dir selber oder in Zusammenarbeit mit einem ICT-Partner (eventuell nicht derjenige, der dir dann auch all diese Komponenten auch verkaufen möchte) ein Bild von eurer zukĂŒnftigen ICT-Landschaft. Dies betrifft z.b. auch folgende Themen wie W-Lan, MobilitĂ€t, ArbeitsplĂ€tze (flex desks), GEVER-Lösung, Cloud, Kollaborations-Tools, Berechtigungsmatrixen, Mobile-Device-Management, Druckerpark etc. Die Liste ist lang, aber durch die einmalige Betrachtung und Definition der Landschaft wird dadurch ein in sich stimmiges System erschaffen, dass durch viele Synergien hat. Wenn du laufend StĂŒckwerke Ă€nderst, wird es stĂ€ndig zu Schnittstellen-Problemen kommen. Deshalb mach es einmal grĂŒndlich, dafĂŒr langfristig passender.
  6. BefĂ€higung (User Adoption) - Mehr Kosten in BefĂ€higung als in Technik stecken In unseren vergangenen ICT-Projekten haben wir mehr Geld in die BefĂ€higung der Menschen gesteckt, als in die technische Umsetzung. Und dies aus klarer Überzeugung. Wenn der richtige Mindset (siehe Punkt 1) vorhanden ist, ist es klar, dass die ICT erst dann gut ist, wenn auch alle damit arbeiten können und fĂŒr ihre TĂ€tigkeiten adaptieren können. Wir alle kennen diese eine Person, die einfach NIX kapiert. Ja, diese gibt es ĂŒberall (wie heisst sie bei dir? :)) Aber es ist genau dieser Anreiz, dass diese Person auch fĂŒr ein Tool gewonnen und befĂ€higt werden kann, denn wenn diese Person dieses GlĂŒcksgefĂŒhl erlebt, wird dies breite Auswirkungen haben. Als Stichwort erwĂ€hne ich hier die Erlebbarkeit der ICT - mach Neuerungen zugĂ€nglich und vorgĂ€ngig spĂŒrbar. Dadurch erhĂ€ltst du Feedbacks, die du noch einbauen kannst und eine höhere Akzeptanz bei den Mitarbeitern/innen, weil sie die Lösung schon mal testen konnten.
  7. Security - Willst du auch in den Medien landen? Datenschutz und Cyber-Angriffe sind Begriffe, die sehr viel in der Vergangenheit in den Medien kursieren. Zu Recht, denn insbesondere Cyber-KriminalitĂ€t wird je lĂ€nger je mehr zu einem kapitalen Markt, weshalb viele Personen an deinen Daten oder deiner ICT interessiert sind. Das Thema umfasst viele allgemeine Themen, die du mit deinem ICT-Partner besprechen kannst. Ich empfehle regelmĂ€ssige Audits von externen oder deinem bestehenden ICT-Partner, wo wir einerseits die ICT prĂŒfen, aber auch alle Mitarbeiter/innen sensibilisieren und auditieren. Ein wichtiger Punkt scheint mir hier, dass die Verantwortung nicht abgeschoben wird an Dritte. Wir sind in der Verantwortung fĂŒr unsere Daten und unsere ICT - deshalb mĂŒssen wir auch die notwendige Zeit dafĂŒr investieren.

Mit diesen 7 Schritte hat man noch keine ICT-Strategie, aber man wird an alle relevanten Themen stossen und darf sich die entsprechenden Gedanken machen. Und gerade diese Gedanken sind zentral, sodass du eine ICT erhĂ€ltst, die fĂŒr deinen Betrieb stimmt. All diese Konzepte und Gedanken von Dritten sind superwichtig als Gedankenanstösse, aber sie können nie ein eigenes Konzept ersetzen. Zudem kennst nur du eure Anspruchsgruppen und internen Mitarbeiter/innen. Wenn sie dir ein echtes Anliegen sind, so wirst du dir eigene Gedanken machen und dich vertieft mit der ICT-Strategie auseinandersetzen. #justcare

Und nun noch zur Auflösung betreffend meinem Einleitungssatz. Ich bin ĂŒberzeugt, dass wenn wir eine Mensch-orientierte ICT fördern, so werden sich mittelfristig die Unternehmenskultur und die ICT-Strategie angleichen. Denn die ICT-Strategie orientiert sich dadurch automatisch und willentlich an der Kultur und die Kultur wiederum wird durch die verĂ€ndernde ICT laufend geĂ€ndert. Das finde ich befruchtend - alles andere beisst sich effektiv!

Ich wĂŒnsche dir viel Erfolg bei deinen Überlegungen. Ich bin gespannt, was sich daraus ergibt. Schreib mir deine success-story - daraus lernen wir alle wieder viel und werden inspiriert.

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Matthias Graf

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und ein Dank an Martina Truong @philipp riesen Rolf Weber AndrĂ© Meier Michel Crisante Remo Styner Gerrit Goudsmit Stefan Muggli Patrick Bachmann Rinaldo Lieberherr fĂŒr die vielen, vielen, vielen Meetings zu all diesen Themen. A long long journey to be continued! Great with you!!

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